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Der clevere Ratgeber

Mit Freunden Unternehmen grĂ¼nden

Ist das eine gute Idee?

Du sitzt mit deinen Freunden Freitagabend gemeinsam am Tisch und ihr habt plötzlich eine geniale Idee zum Gründen eines Startups. Und Ihr seid euch einig: Ihr wollt es zusammen machen. Aber sollte man wirklich mit seinen besten Freunden ein Unternehmen gründen? Ist das eine gute Idee, oder sollte man davon besser die Finger lassen? Experten raten von einer Unternehmensgründung mit Freunden ab. Doch weshalb?

Eigentlich ist es doch ein Traumszenario: Du kannst tagtäglich mit deinen Freunden zusammenarbeiten, Ihr verteilt euch alle Aufgaben, könnt die Kompetenzen aller optimal ausnutzen und auch das finanzielle Risiko wird von mehreren Schultern getragen. Im Team arbeiten ist für viele ein optimaler Weg, warum sollte genau das beim Gründen einer Firma problematisch sein? 77% aller Gründer sind Einzelkämpfer und verzichten auf eine gemeinsame Firma mit Freunden. Liegt der Erfolg in der Macht des Einzelkämpfers?

Das Gründen mit Freunden hätte noch einen deutlichen Vorteil. Wenn die Aufgaben eines Unternehmens nicht von einer Person bewerkstelligt werden können, braucht Ihr am Anfang auch keine Mitarbeiter, denen man vertrauen muss. Wer ist schon vertrauensvoller als deine Freunde? Und man geht gelassen miteinander um. Den typsichen Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Umgang gibt es schlichtweg nicht. Es gibt auch keine unnötigen Formalitäten, denn man denkt, man bräuchte sie nicht.

Gemeinsam kann man jeden Erfolg feiern und erfolg feierst du sicherlich am Liebsten mit deinen Freunden, oder? Leider ist das immer nur eine Seite der Medallie, die wir hier betrachten. Denn das Unternehmertum hat auch seine Schattenseiten. So wird es immer wieder stressige Situationen geben, Entscheidungen müssen getroffen werden und nicht jeder wird davon profitieren können. Auch unterschiedlicher Ehrgeiz wird schnell zu einem Problem. Wenn du plötzlich doppelt so viel leistest wie dein Freund, Ihr aber identisch entlohnt werden sollt, kann das schnell die Freundschaft zerstören.

Was muss ich tun, wenn ich trotzdem mit meinen Freunden ein Unternehmen gründen möchte?

Beim Gründen eines Unternehmens musst du immer mit dem Worst-Case-Szenario rechnen, also mit dem schlimmsten einzutretenden Fall, dass eure Freundschaft zerbricht. Was genau passiert dann mit dem Unternehmen? Diese Frage sollte vorab genauestens geklärt sein.

Halte alles schriftlich fest: Bevor du überhaupt mit deinen Freunden an eine Neugründung denkst, sollte genau festgelegt werden, wer welche Aufgaben und Befugnisse hat. Die Philosophie der firma sollte grundlegend in Schriftform festgehalten werden. Hierzu gehören wöchentliche Arbeitsstunden und Urlaubszeiten, wie hochwertig müssen Anschaffungen sein, wie ist bei Krankheiten zu verfahren und ist ein Büro notwendig oder reicht der eigene Arbeitstisch aus? Ebenso sollte festgelegt werden, dass jeder den gleichen Anteil an der Firma hat, wenn alle gleichermaßen an der Firma arbeiten sollen.

Eine der wichtigsten Fragen, die schriftlich festgehalten werden sollte, ist die Frage, was bei einem Austritt einer Person aus der Firma geschieht. Soll dieser angeschaffte Bürogegenstände beispielsweise anteilig ausgezalht bekommen oder treten alle diese Forderung im Voraus ab? Ein Austritt eines Gründers kann nämlich fatale finanzielle Folgen für ein Startup haben, im schlimmsten Fall sorgt es sogar für den Ruin. Davor sollten sich alle Beteiligten vorab schützen.

Sind alle Inhaber kreditwürdig?

Diese Frage sollten alle Gründer mit bestem Gewissen positiv beantworten können. In normalen Freundschaften wird über Probleme wie eine mögliche Privatinsolvenz jedoch oft überhaupt nicht gesprochen. Spätestens bei einer Gründung müssen alle Gründer die Karten offen auf den Tisch legen. Wird nämlich Kapital benötigt, sind alle Gründer in der Pflicht, das Startup zu finanzieren und nicht nur einzelne aus dem Team.

Die Freundschaft sollte bestehen bleiben

Normalerweise triffst du dich jede Woche Abends mit deinen Freunden zum Sport, doch seit der Gründung sitzt Ihr lieber zusammen und versucht, den Vertrieb zu Laufen zu bringen? Das ist eine denkbar schlechte Idee. Alte Gewohnheiten und Freizeitaktivitäten müssen unbedingt beibehalten werden. Und die Gesprächsthemen sollten sich in der Freizeit nicht nur um das Geschäft drehen, auch nicht wenn Ihr es euch zu eurer Lebensaufgabe gemacht habt.

Sind wir wirklich ein gutes Team?

Ein Team funktioniert in der Regel nur, wenn sich unterschiedliche Persona zusammenfinden. Gibt es unter den Gründern zwei Alpha-Tiere, kommt es schnell zum Krach, wenn zwei Dickköpfe aufeinander treffen. Genauso schlecht ist es, wenn keiner so richtig Entscheidungen fällen kann.

Das Zauberwort ist in diesem Fall Heterogenität. Hier ist es wichtig, den Mittelweg zu finden: Mindestens eine Person sollte entscheidungsfreudig sein. Sie sollte die Fähigkeit haben, Probleme gut analytisch betrachten, um die besten Entscheidungen treffen zu können. Fällt jemand stets entscheidungen aus dem Bauch heraus, weil er es nicht besser kann, macht ihn das nicht zu einem guten Team-Leader. Gleiches gilt für die Fähigkeiten und Interessen jedes einzelnen Gründers. Euch ist nicht geholfen, wenn Ihr alle drei Webdesigner seit und keine Ahnung von Kundenakquiese oder Marketing habt.

Fazit zum Gründen mit Freunden

Wenn du mit deinen Freunden ein Unternehmen gründen möchtest und du dir sicher bist, dass du gut beurteilen kannst, wie sich deine Freunde im geschäftlichen Leben verhalten, steht der Gründung natürlich nichts im Weg. Um die Freundschaft jedoch nicht zu gefährden und um rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, solltet Ihr alle Vereinbarungen schriftlich festhalten und jeder sollte ein Exemplar mit allen originalen Unterschriften erhalten. Nur so habt Ihr im Fall der Fälle eine Basis, auf die Ihr euch beziehen könnt.

Ein Tipp: Das Gründen eines Unternehmens bei 3er-Freundschaften kann zum Problem werden, wenn sich zwei Personen der Gruppe besser verstehen als den Dritten. Daher ist es ratsam, lieber eine Zweier- oder Vierergründung anzustreben, damit die Gruppe ausgewogener ist.

Übrigens: Beim Gründen mit Freunden gibt es ähnliche Probleme wie beim Einstellen von Freunden als Mitarbeiter. Auch das sollte sorgsam bedacht werden, da es im Zweifel die Freundschaft aufs Spiel setzt.

Viel Erfolg beim Gründen!


Über den Autor:
Der Gründer Leo hat bereits zahlreiche erfolgreiche Bootstrapping-Unternehmen etabliert. Mit 16 hat er seine erste eigene Firma gegründet. Als Informatiker und Spezialist für BigData kennt er nicht nur die Trends der neuen Technologien, er kennt auch die Wege, sein Wissen zu monetarisieren. Während seines Masterstudiums hat er sich auf die Kernthemen spezialisiert, die als Gründer notwendig sind. Dazu gehört nicht nur die Informatik, sondern auch für Startups verbundene Themen wie Marketing, Buchhaltung, Journalismus oder Design. Im Startup-Vergleich gibt er Gründern wertvolle Tipps, damit auch sie mit ihrem Unternehmen erfolgreich werden können.


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